Furcht und Elend in Europa

Der schrecklichen Tradition Dritter Teil und Postings gegen das Vergessen. Anmerkungen zum Nationalsozialismus. Persönliche Analyse und fungierende Szenarien. Weitere Informationen

Postings gegen das Vergessen ⎮ Flugblatt Beige Rose

An alle Haushalte und Unternehmen in Deutschland!

Wer die Gesellschaft von Bürgern am rechten Rand der Gesellschaft sucht, hat von Bürgerrechten nichts verstanden. Wer von Meinungs- und Versammlungsfreiheit spricht und sie sich zunutze macht, um Journalisten zu denunzieren oder anzurempeln, der führt diese Rechte ad absurdum.

Die Meinungs- und Versammlungsfreiheit müssen mit der Pressefreiheit in einem Atemzug genannt werden.
Weil es das Ziel ist, diese Grundrechte untrennbar miteinander zu verbinden. Nimmt man der Pressefreiheit die Luft zum atmen, schnürt man auch der Meinungs- und Versammlungsfreiheit die Lungen ab, da sich die Meinung nicht mehr frei entfalten kann.

Wer von Lügenpresse spricht, ohne diese Lügen explizit zu benennen, ohne sie auf Transparente zu schreiben, so das sie für jeden Bürger sichtbar sind, der untergräbt auch die Meinungsäußerung übriger Bürger – sie ist schlichtweg nicht existent.
Wer nicht den Mut hat zu seinen Lügen zu stehen, der hat auch kein Gehör verdient. Es bleibt jedoch die Gefahr der schlichten Medienpräsenz.

Zur Meinungsfreiheit gehört auch, sich über geäußerte Meinung aller Lager eine unabhängige Meinung bilden zu können. Vielleicht sollte man darauf einen Offenbarungseid leisten.
Denn Meinungen darf man äußern, selbst wenn sie nicht der Wahrheit entsprechen. Wenn aber diese Meinungen offensichtlich nicht der Wahrheit entsprechen und wiederholt aufs Neue betont, hat auch eine kommentierte Berichterstattung verdient – im extremistischen Fall zieht sie sogar Strafverfolgung nach sich.





Denn wer gar nicht erst den Versuch unternimmt den Dialog zu suchen und Fehlinterpretationen aus dem Weg räumt, schürt leicht Vorurteile und Verallgemeinerung. Verallgemeinerung ist, Worte wie Lügenpresse zu benutzen. Die Verallgemeinerung ist der Pfad zur dunklen Seite.

Und wer das Wort „Lügenpresse“ bejaht, der denkt und handelt auch wie ein Lügner. Lügenpresse hin oder her, wer sagt, dass der Begriff „Lügenpresse“ überspitzt sei und dennoch darin Wahrheit verborgen sieht, ist eindeutig als Rechtspopulist entlarvt. Wer dem Wort „Lügenpresse“ im gleichen Atemzug Legitimation verschafft oder ihm nur ansatzweise ein Gesicht gibt, liefert dem Mob und Pöbel nur einen Sündenbock. So ist er doch mit diesem Tun und Gehabe ein noch viel besserer Lügner, nur mit besserer Medienpräsenz. Zu behaupten, die meisten Rechtsextremen würden aus Sachsen oder Nordrhein-Westfalen stammen, wäre ja auch überspitzt.

Und wer im Glauben ist, eine „Lügenpresse“ würde falsch oder unvollständig berichten, die sollten doch bitte auf die Meinungsvielfalt setzen, statt zu hetzen. In der Meinungsvielfalt können zwar auch falsche Tatsachen enthalten sein oder daraus falsche Schlüsse gezogen werden. Doch die Meinungsvielfalt kennt nunmal keine Grenzen, das ist das schöne daran. Nur mit ihr gelingt es uns, falsche Tatsachen zu entlarven und falsche Schlüsse zu entkräften. Sicherlich ist es unmöglich alles zu lesen, deshalb kann man auch Hilfe erwarten. Aber Rechtspopulismus und Propaganda dienen nur einem eigensinnigen Zweck und nicht dem Gemeinwohl; sie heiligen die Demokratie nicht, sondern entweien das friedliche Miteinander und entzweien das Völkerrecht. Rechtspopulismus und Propaganda sind zu einem Konsens fähig, sondern nur fähig, Unterschiede festzustellen, mit denen sie Angst machen, mit dem sie Hass schüren und ihn kanalisieren und die Skepsis ihnen gegenüber bagatellisieren.

Wer die Kriminalisierung und Diskriminierung von Flüchtlingen gutheißt und sie in eine Statistik presst, der will nur wahre Absichten verhüllen, die anderswo verborgen sind: Den Wunsch nach einer Zuwanderungsbeschränkung oder die gelebte Ohnmacht der Politik den Verbot von rechtsextremen Parteien hinauszuzögern oder gegen Fremdenfeindlichkeit Position zu beziehen oder entschlossener vorzugehen.
Mit der Reform der Kriminalitätsstatistik ebnet man den Weg zur dunklen Seite. Auf dieses Tagwerk haben Rechtspopulisten nur gewartet, sie selbst brauchen keine Kampagnen mehr oder Cliché bedienen. So gibt die Politik den Primaten wieder Zucker.
War es und wahr ist nicht das Ziel, die Kriminalität zu bekämpfen und nicht festzuhalten, woher sie stammt – oder der Diskriminierung eine Institution zu verschaffen.

Man führt ja auch keine Bestandsveränderungen nach Nationalitäten in der Beschäftigungsstatistik auf, um festzuhalten, ob Nichtdeutsche uns die Arbeitsplätze rauben.
War es und wahr ist nicht das Ziel, festzuhalten, wem diese Arbeitsplätze zugute kommen, sondern ob Arbeitsplätze überhaupt entstehen und offene Stellen verfügbar wären, um diese zu besetzen.
Weil es nicht das eigentliche Ziel war, an einer Institution festzuhalten, die keine Arbeitsplätze schafft, sondern nur Stellen „vermitteln“ kann, die ihr als einzige Institution „gemeldet“ werden.

Die Klarheit über all diese Dinge garantiert uns nur die Pressefreiheit.
Wer nach der Pressefreiheit ruft und gleichzeitig den Meinungen anderer den Atem nimmt, missbraucht auch das Recht auf freie Meinungsäußerung und führt die Pressefreiheit in Verruf.
Weil es das Ziel sein muss, die Meinung zu verbreiten und nicht an Trugbildern festzuhalten, um fremden Menschen die Freizügigkeit zu verwehren oder den Zugang zu Brot und Überleben zu erschweren.

Versammlungsfreiheit bedeutet nicht, sich mit jedem an einen Tisch setzen zu müssen, nur weil sich ein Teil der Bevölkerung versammelt hat. Ein Zusammentreffen zu boykottieren, bedeutet nicht, die Konfrontation zu scheuen, sondern sich seine Gesprächspartner sorgfältiger auszuwählen oder gegen diese Strömungen zu demonstrieren.
Man kann seine wahren Absichten verschleiern, indem man verhindert, sich den Wählern zu stellen und den Kontrohenten Rede und Anwort zu stehen.
Sie wollen nur sichtbar bleiben, um das öffentliche Meinungsbild zu domestizieren. Damit Parteien und Versprengtensammelstellen sogenannter Bürger-Rechte und autonome Hyper-Linke gleichermaßen Wählerstimmen mobilisieren, indem sie einander zwar missbilligen, aber dennoch voneinander leben, um an den Zitzen der gesellschaftlichen Mitte zu saugen und sich mit Unentschlossenen und Abgehängten aufputschen.
Auch so etwas nennt man Versammlungsfreiheit – vor den Wählern in Deckung gehen und in einem Atemzug für sie Stellung beziehen.
Doch dabei wird die Versammlungsfreiheit der gesellschaftlichen Mitte schlichtweg aufgerieben, weil Bürger-Rechte und autonome Hyper-Linke den Pöbel brauchen, um damit die Meinungsäußerungen anderer und die Pressefreiheit zu untergraben.

Selbstverständlich ist die Verallgemeinerung in alle Richtungen nicht wünschenswert; all diese Dinge klingen ziemlich verworren.
Weil es bei der Meinungsfreiheit nicht darum geht, was gesagt und getan werden soll oder was wahr ist, sondern darum, anderen die Redefreiheit darüber zu überlassen.
Weil es, nicht das Ziel ist, die Meinungen zu verwässern oder die Geschichte zu löschen, sondern zu verhindern, die Meinungen über einen Kamm zu scheren oder einen Sündenbock auszumachen.
Weil es das Ziel sein muss, Vorurteile abzubauen anstatt sie durch Verallgemeinerung aufzubauschen.
Weil es das Ziel sein muss, aufgeklärte Meinungsäußerung zu betreiben und nicht, die eigene Unfähigkeit zu vertuschen.
Weil es der bequemste Weg ist, sich vor den Problemen zu drücken.

„Good Knit, and Good Link.“