Furcht und Elend in Europa

Der schrecklichen Tradition Erster Teil und Postings gegen das Vergessen. Lyrik und Kontext aus 365 Tagen mehr oder weniger Jahren. Weitere Informationen

Postings gegen das Vergessen ⎮ Schauplatz ⎮ Nauen

Rapressalien gegen Rechte

Nach neo-faschistischer Timeline: Vermutlich im Jahre 69 nach 1945 rückte die „Nauener Zelle“, gemeine Bürger-Rechte, gegen vermeintliche Brandenburger vor. Es endete in Antisemitenscharmützeln. Doch Justizia obsiegte, Nauen blieb seither standhaft. Würde es sich künftig gegen Intoleranzfestivitäten und mumifizierte Unsitten behaupten?

Der Schauder von einst erfuhr ein Relaunch.

Derselbe Schauplatz, am 118. Tag des 70 Jahres, so ungefähr,

da erhob ein Jemand seine Stimme.

„Soll keiner mehr leugnen dürfen“, dachte er sich.

„Wir haben von alldem nichts gewußt?“ Von wegen!

Ein RAP gegen Rechts, man staunt.

Solche Klänge und Schelten haben unter dem Pöbel keine Zuhörer.

Mit Musik keine Köpfe gerade rückt.

Musik kann die Welt nicht verändern.

Sie macht die Langeweile in Gezeiten der Ohnmacht nur erträglicher.

Aus „betteln“ wird „battle“.

Alles Schlechte, nur mit mehr Genuss.

Vom Weckrufe und zeitweiligen Wenden kriegt man nie genug, „Gefällt, mir!“.

Geben der Wende eine neue Videoblende.

Volksruf vermag alles verfremden, nur nicht alle verblenden.

Vor unseren Augen spielt aber immer noch derselbe Film.

Aufrichtigkeit und Aufklärung,

ein Offenbare–Dich–Unser zelebrieren muss.

RAP mit Verdruss in Hochzeiten beklatschen,

während Bürger-Rechte und Hyper-Linke sich paaren

und zu neuen Tönen swinge(r)n.

Was geht ab, wenn das mal gutgeht?


Hoffentlich, nix als Sprüche auf Vinyl.
RAP wirkt und wirbt,

Rapper wird dich pimpern und sie pampern.
Denn nur Unterhaltung sammelt Likes.

Rückgrat braucht man nicht mehr.
Für Sorgen braucht man Vorsorge.
Argumente bringen ´s nicht mehr.

Ums zu raffen, wirklich alles nur noch vermusikeln muss.
Tschüß, du öde, aufgeklärte Welt.